Finanzlexikon T

Tageskredit (day-to-day loan, call loan): Falls nicht anders definiert, so meint man damit an der Börse ein kurzfristiges Darlehn unter Beleihung börsengängiger Wertpapiere (a loan which can be called at any time, meaning that the lender may request its reimbursement at any time. Brokers generally offer callable loans secured by shares, bonds and other securities, in the context of margin call financing). Siehe Geld, tägliches, Nachschuss-Aufforderung, Nachdeckung, Nachschuss-Vereinbarung.
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Telephon-Banking (telephone banking): Die Abwicklung von Finanzgeschäften über das Telephon, ab etwa 1990 von den meisten Banken eingeführt. Für Kontostands-Abfragen, Bestellung von Formularen, Erteilung von (Dauer)Aufträgen und für ähnliche standardisierte Vorgänge besonders geeignet. Als Gesprächspartner für die Kunden sind rund um die Uhr Bankmitarbeiter oder Sprachcomputer tätig. Siehe Benutzerfreundlichkeit, Direct Brokerage, Direktbank, Electronic Banking, Generation@, Handelsplattform, Homebanking, Metcalfe-Regel, Moonlight Banking, , Mobile Banking, Online-Banking, Phishing, Rechtsrisiken, Service Line, Sofa-Banking, Tag-und-Nacht-Service. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Terminzinssatz, impliziter (implicit forward interest rate): Von der EZB laufende berechnete und im Monatsbericht wiedergegebene (Hilfs)Grösse, um die künftige Höhe der Kurzfrist-Zinsen zu schätzen. Vgl. zur Berechnung Monatsbericht der EZB vom Januar 1999, S. 28 f. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Term Loan (so auch im Deutschen gesagt): Eine Bank überlässt einem Kreditnehmer Geld zur zeitweiligen Nutzung mit einer festen Laufzeit und einer genau bestimmten Tilgung; also ein „normales“ Darlehn. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Tilgung in älteren Dokumenten auch Amortisation, Extinktion und Mortifikation (redemption, debt retirement, amortisation, extinction): Allgemein die vertragliche Abzahlung (Abtragung; clearing off) einer in Geld ausgedrückten Schuld. Die einzelnen Abschlagszahlungen eines grösseren Betrags heissen auch heute noch gewöhnlich Rate (instal[l]ment). Eine in Papierform ausgestellte Schuldverschreibung gilt rechtlich als getilgt (a debt security is considered to have been redeemed), wenn sie endgültig aus dem Verkehr gezogen, für kraftlos erklärt, entwertet, vernichtet oder einem Treuhänder zur Vernichtung (handed to a trustee for destruction) übergeben ist.

Siehe Amortisation, Anleihe, Annuitätsanleihe, Auslosung, Effektivverzinsung, Festlaufzeit, Fondstilgung, Glattstellung, Kündigung, vorzeitige, Rentenanleihe, Verzinsung, Vorfälligkeits-Entschä­digung, Zahlung. Vgl. das monatlich erscheinende Statistische Beiheft „Kapitalmarktstatistik“ der Deutschen Bundesbank zur Tilgung von Papieren, nach Wertpapierarten und Laufzeiten untergliedert. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Toogle-Schuldtitel (toogle notes): Papiere (in der Regel Anleihen), bei denen es vertragsgemäss dem Begeber freisteht, entweder den Titel zu verzinsen oder anstelle des Zinses neue Papiere zu liefern (debt represented by bonds, where the issuer has the choice either to pay cash interest or to issue new bonds in its place. It is like a payement-in-kind note with an option to pay cash interest. These notes often are used to finance big leveraged buy-outs). Siehe Leveraged Buy-out, Payment-in-Kind-Kredit, Second-Lien-Kredit. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Trennbanksystem (dual banking system): Aufgrund rechtlicher Vorschriften darf das Kreditgeschäft nur von Banken (commercial banks) und das Wertpapiergeschäft lediglich von darauf spezialisierten Firmen (investment banks, broker banks) betrieben werden. Universalbanken (Institute, die sämtliche Finanzgeschäfte betreiben) sind verboten. In den USA wurde dies 1931 eingeführt (Glass-Steagall Act), ab 1990 erst nach und nach, und dann 2000 fast ganz aufgehoben.


Die Trennung führte in den USA dazu, dass grosse Universalbanken (vor allem auch aus Deutschland und der Schweiz) sich als Konkurrenten nur beschränkt auf dem US-Markt betätigen konnten. In der Diskussion um die Ursachen der Subprime-Krise 2007 und der ihr folgenden Finanzkrise wurde von vielen Fachleuten empfohlen, allgemein und weltweit zum Trennbanksystem zurückzukehren. Auf diese Weise soll erschwert werden, dass die Einlagen der Kunden für riskante Geschäfte aufs Spiel gesetzt werden. Siehe Glass-Steagall-Gesetz. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Treppenzins (ascending interest rate): Zinssatz bei einer Anleihe, der mit zunehmender Laufzeit (zum Ausgleich des Wertverlustes durch Inflation) automatisch ansteigt. Siehe Anleihe, indexgebundene, Anleihe, inflationsgeschützte, Kapitalschutz. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Treuhandkredit (trustee credit): In der Sprache der Aufsichtsbehörden Geld- oder Sachdarlehn, die ein Institut aus Mitteln, die ihm ein Dritter zur Verfügung stellt, im eigenen Namen für fremde Rechnung gewährt, unter der Voraussetzung, das sich die Haftung des Treuhänders auf die ordnungsgemässe Verwaltung der Darlehn und die Abführung der Zins- und Tilgungsleistungen beschränkt; siehe § 1, Abs. 6 der deutschen „Grosskredit- und Millionenkreditverordnung“. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Schreibe einen Kommentar