Finanzlexikon R

Racheengel auch Racheboten (avenging angel): In Bezug auf den Finanzmarkt ein Dienstleister (in der Regel Enabler genannt), der im Auftrag von durch Finanzgeier betrogenen Personen den Schädiger (tortfeasor) aufspürt und diesem im geschäftlichen und privaten Ansehen (beispielsweise durch massenhaften Versand rufzerstörender Schreiben und E-Mails), an Vermögenswerten (etwa durch Abbrennen seines Hauses) oder gar an Leib und Leben (live and limb) Ungemach zufügt. Zwar wurden entsprechende Foren, die Angebot und Nachfrage nach derartigen Dienstleistungen bündelten, durch die (meisten) Provider geschlossen. Es finden sich aber immer wieder Wege, um Racheengel zu finden, die im Zuge der Selbsthilfe (vigilante justice) sogar in Offshore-Finanzplätzen befindliche Finanzgeier ausfindig machen und zur Rechenschaft ziehen. Siehe Enabler, Gründungsschwindel, Kopfgeld, Skimming, Verbraucherbeschwerden. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Rahmenkredit (global credit arrangement, framework credit, global credit line): Ein Darlehn, das von einem Kunden der Bank (in der Regel einem Unternehmen oder einer staatliche Stelle) in Teilbeträgen bis zur festgelegten Obergrenze (maximum line, ceiling) innerhalb einer vertraglich festgelegten Zeit in Anspruch genommen werden kann. Ein Rahmenkredit hat einen variablen Zinssatz und kann in aller Regel ohne weiteres vorzeitig getilgt werden. Siehe Blankokredit, Kontokorrentkredit, Personalkredit, Privatkredit, Retailgeschäft. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Mai 2001, S. 58. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Rahmenwerk für Bonitätsbeurteilungen im Eurosystem (Eurosystem credit assessment framework, ECAF): Verfahren zur Beurteilung der Bonität der bei der EZB eingereichten Sicherheiten (Vermögenswerte, die Kreditinstitute zur Besicherung von kurzfristigen Liquiditätskrediten der Zentralbank als Pfand bei dieser hinterlegen sowie Vermögenswerte, welche die EZB von Kreditinstituten im Zuge liquiditätszuführenden Pensionsgeschäften ankauft). Vgl. Jahresbericht 2007 der EZB, S. 112 (Darstellung des Verfahrens). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Rate (instal[l]ment): Zahlung eines Geldbetrags, in vertraglich festgelegter Höhe und an bestimmten Terminen (instalment schedule), entweder im voraus (etwa. Bausparvertrag) oder im nachhinein (etwa: Tilgung eines Darlehns). Siehe Abschlag, Endfälligkeit, Ratenzahlung, Tilgung. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Rate der Kreditkunden (rate of borrowing customer): Prozentuale Gliederung der Darlehnnehmer gesamthaft entweder bei einer einzelnen Bank oder bei den Kreditinstituten innert eines Landes. Aufschlüsselung der Kredite an Unternehmen in der Regel nach der Betriebsgrösse, gezählt nach der Anzahl der Beschäftigten, von den meisten Zentralbanken beobachtet und von der EZB im Rahmen des Zwei-Säulen-Prinzips ausgewertet. Die Rate in diesem Sinne betrug 2004 in Deutschland (Grossbritannien/Schweiz) bei Mikro-Unternehmen (1 bis 9 Beschäftigte) 43 Prozent (55 Prozent/35 Prozent), Kleinunternehmen (10 bis 49 Beschäftigte) 37 Prozent (40 Prozent/47 Prozent). Für die USA ist die Rate der Kreditkunden nicht bekannt. Die Behauptung, Banken hätten für die Unternehmensfinanzierung nur ein geringes Gewicht, lässt sich anhand dieser Daten nicht belegen. Siehe Bad Bank, Bonitätsklasse, Mittelstandsbank, Unternehmenskredite. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Ratendarlehn (instal[l]ment loan): Eine Ausleihung, bei welcher die Höhe der Rückzahlungen ständig abnimmt, da der Zinsanteil bei gleichbleibender Tilgung immer kleiner wird. Siehe Annuitätendarlehn. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Ratenzahlung (payment by instal[l]ments): Tilgung einer Schuld auf dem Wege mehrerer, in der Regel in Bezug auf Betrag und Zeitpunkt vertraglich genau festgelegter Teilrückzahlungen. Die Anzahl und die Höhe der Ratenzahlungs-Verträge im Bereich der Privathaushalte werden von der Zentralbank beobachtet, weil sie Rückschlüsse auf die Erwartungen der Konsumenten auch hinsichtlich des Geldwertes einschliessen. Siehe Abzahlungsfrist, Darlehn, Endfälligkeit, Höchstlaufzeiten, Konsumentenkredit, Mindestraten, Mindesteinschuss-Sätze, Rate, Verwirkungsklausel. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Rating (rating): Bankintern die Einstufung (Benotung, Bewertung) von Schuldnern nach Bonitätsgraden (Kreditwürdigkeit und Kreditfähigkeit). Die (öffentliche) Einstufung der Bonität einer Wirtschaftseinheit (Staat, Unternehmen) durch unabhängige Agenturen. Ergebnis des Ratings sind Zensur-Skalen. Je schlechter die Note ausfällt, um so höher sind die vom Markt geforderten Zinssätze bei Emissionen der entsprechenden Wirtschaftseinheit. Schuldner ohne Rating werden von Investoren gemieden. Vielfach werden Ratings im Sinne von als Rendite-Prognosen ausgedeutet, was aber durchaus nicht richtig ist. Siehe Bonitätsanalyse, zentralbankliche, Bonitätsklasse, Credit Default Swap, Debitorenmanagement, Downrating, Entwicklungsverfahren, iteratives, Internen Ratings Basieren der Ansatz, Investment Grade, Kalibrierung, Kreditrisiko, Models Task Force, Plutoed, Profiling, Rating-Agentur, Risikoprofil, Shadow Rating, Trennschärfe, Übermut.

Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2003, S. 45 ff., Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2003, S. 61 ff. (Methodisches), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2004, S. 59 ff. (S. 70 Erklärung der Verfahren Diskriminanz-Analyse und Expertensystem beim Rating durch die Zentralbank), Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 65 (Code of Conduct, Fundamentals für Rating-Agenturen), Monatsbericht der EZB vom September 2005, S. 35 f. (Rendite-Abstände von Staatsanleihen aufgrund der unterschiedlichen Bonitätseinstufung), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2009, S. 65 (Methodik von Ratingmodellen). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Rating, externes (external rating): Vorschrift einer Aufsichtsbehörde, wodurch Banken verpflichtet werden, die Schuldnerbonität durch eine unabhängige Rating-Agentur (also nicht bankintern) einschätzen zu lassen. Hierbei entsteht die Notwendigkeit, auch die Rating-Agenturen einer (internationalen) Aufsicht zu unterstellen. Denn dass praktisch drei Firmen und ihre paar Dutzend Analysten die Steuerung von Hunderten von Milliarden EUR übernehmen, wirft vielerlei Fragen auf. Siehe Bonitätsklasse, Mindestanforderungen an das Risikomanagement, Rating-Agentur, Risikomanagement. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom April 2001, S. 21 (zu den fünf Kriterien, die eine Rating-Agentur erfüllen muss), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2009, S. 65 (Methodik von Ratingmodellen). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Rating, internes (internal rating): Einwilligung einer Aufsichtsbehörde, bankeigene Risiko-Messmethoden anzuwenden. Nach Basel-II können entsprechende Verfahren anerkannt werden. Andere Bezeichnung für das Shadow Rating. Siehe Bankkunden-Profil, Debitorenmanagement, Downrating, Enforcement, Mark-to-Model-Ansatz, Mindestanforderungen an das Risikomanagement, Models Task Force, Risikomanagement. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom April 2001, S. 23 ff., Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2003, S. 61 ff. (Methoden), Monatsbericht der EZB vom Mai 2001, S. 66 und S. 77, Jahresbericht 2003 der BaFin, S. 38 ff. (Umfrage-Ergebnisse), Monatbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2004, S. 78 ff. (gute Erklärung des IRB-Ansatzes; S. 79: Übersicht der bezüglichen Rating-Klassen), Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 97 ff. (dort auch zur Beurteilung einzelner Verfahren und Ergebnisse einer Umfrage) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2009, S. 65 (Methodik von Ratingmodellen). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Rating-Schritte (rating steps): Im Anschluss an Basel-II werden vier Einzelmassnahmen der Bank im Zuge des Ratings genannt, nämlich Identifikation: das Einordnen des Kunden in eine Ratingklasse, Messung: jeder Ratingklasse wird eine Ausfallwahrscheinlichkeit zugeordnet, Kalkulation: die Ausfallwahrscheinlichkeit muss zu einen risikogerechten Zinssatz verrechnet werden (risk adjusted pricing), die gewonnen Werte bilden schliesslich die Grundlage für die Steuerung des Kreditpotfolios bzw. für das Portfoliomanagement. Siehe Kapitaladäquanz-Richtlinie, Mark-to-Model-Ansatz, Risiko, operationelles. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2009, S. 65 (Methodik von Ratingmodellen). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Realkredit (real-estate credit, loan based on real estate, secured credit): Darlehn, besichert durch hypothekarische Belastung von Immobilien. Je nach Bonität der Kreditnehmer unterscheidet man grob erstklassige (prime) Hypothekarkredite; dies sind in der Regel durch Grundstücke im Eigentum von Unternehmen gesicherte Darlehn, und zweitklassige (sub-prime) Realkredite; dies sind Baukredite an finanzschwache Schuldner, vor allem an Privathaushalte („Häuslebauer“, home-builder). Zur Verbriefung eigenen sich (seit der weltweiten Krise auf dem Realkreditmarkt im Sommer 2007) praktisch nur noch hochbonitäre Realkredite.

Siehe Amortisation, negative, Beleihungswert, Erstraten-Verzugsklausel, Home Mortgage Disclosure Act, Immobilienpreise, Kreditvergabe-Grundregel, Langfristkultur, Mobiliarkredit, Mortgage Equity Withdrawal, Panik-Verkäufe, Pfandbriefanstalten, Stadtschaften, Subprime Lending, Subprime-Krise, Taxe, Wohneigentum. Monatsbericht der EZB vom August 2009 (rechtliche Unterschiede zwischen den Hypothekenmärkten im Eurogebiet und den USA). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Realzinssatz (real interest rate): Ein um das Mass der tatsächlich gemessenen, realisierten Inflationsrate oder der erwarteten Inflationsrate berichtigter nominaler Zinssatz (the inflation-adjusted return on invested funds). In die Kalkulationsgrundlage langfristiger Investitions- und Konsumentscheidungen geht der erwartete Realzinssatz ein, auch ex-ante-Realzinssatz genannt. Ist die Inflationsrate höher als der Zinssatz, so spricht man oft von einem negativen Realzinssatz. Bei Auslandsanlagen manchmal auch der nominale Zinssatz unter Berücksichtigung der Kurssicherungskosten (Swapsatz). Siehe Eigenkapitalkosten, Fisher-Parität, Inflationsdifferenzen, Realzinsargument, Zinssatz, realer. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2001, S. 33 ff., Monatsbericht der EZB vom Juli 2005, S. 32 ff. (Messung der erwarteten Veränderungen auch der realen Terminzinsen; Übersichten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2008, S. 38 (unterschiedliche Realzinssätze in der Europäischen Währungsunion). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Rediskontsatz (official discount rate; bank-rate): Satz, zu dem Spezialinstitute (Rediskontbanken) oder eine Zentralbank von Banken diskontierte Wechsel bevorschussen. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Referenz-Zinssatz (benchmark interest rate): Wenn nicht anders definiert ein Zinssatz, auf den sich bei einem Darlehn beide Parteien grundsätzlich einigen. Jedoch wird eine periodische Anpassung dieses Zinssatzes vereinbart, und zwar anhand eines bestimmten Satzes (etwa den EURIBOR). Damit wird eine marktgerechte Verzinsung erreicht. Siehe Langfristkultur, Rollover-Kredit, Zinsänderung, Zinsbindung, Zinsswap. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Refinanzierung (refinancing; recourse to central bank): Allgemein die Beschaffung von Liquidität, um einen Geldabfluss jetzt oder später auszugleichen. Auf dem Kreditwege von der Bank bei der Zentralbank beschafftes Zentralbankgeld. Während sich ein einzelnes Kreditinstitut auch am (Interbanken)Geldmarkt mit Liquidität versorgen kann, besteht für das Bankensystem gesamthaft die Notwendigkeit, sich bei der Zentralbank über deren Fazilitäten zu refinanzieren. Siehe Liquiditätsmanagement. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2008, S. 61 (Refinanzierungs-Quellen deutscher Banken, 1990 bis 2007). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Refinanzierungskredit (refinancing credit): Wenn nicht anders gesagt ein von der Zentralbank oder einer staatlichen Förderbank an eine Bank vergebenes Darlehn, damit das Institut seinerseits einem (bestimmten) Kunden einen Kredit gewähren kann. Siehe Durchleitkredit, Refinanzierung, Refinanzierungsgeschäft, längerfristiges. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Reichsbank, Deutsche (Bank of Germany): Von 1875 bis 1945 die Zentralbank für Deutschland mit Sitz in Berlin. Die Geschäftsführung lag in der Hand des Reichsbankdirektoriums, dem der Reichsbankpräsident vorstand. Die Oberaufsicht übte das Reichsbankkuratorium aus. Hinsichtlich ihrer Verfassung und Geschäftsführung war die Reichsbank ein Vorbild für viele später gegründete Zentralbanken in anderen Staaten. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Remote Banking (so auch im Deutschen gesagt): Der automatisierte Zugang auf Finanzdienstleistungsinstitute. Siehe Bankportal, Benutzerfreundlichkeit, Direct Brokerage, Internet-Bank, Metcalfe-Regel, Moonlight Banking, Mobile Banking, Multikanalbank, Online-Banking, Phishing, Safer Traffic, Sofa-Banking. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Residential Mortgage Backed Securities, RMBS (so auch meistens im Deutschen gesagt): Segment des Verbriefungsmarktes, in dem verschiedene Hypothekar-Kredite bzw. durch private Wohnimmobilien besicherte Anleihen in einem Pool gebracht werden (asset-backed securities which are collateralised by a portfolio of residential properties). Siehe Commercial Mortgage Backed Securities, Darlehn, nicht standardisiertes, Kreditderivate, Mortgage Equity Withdrawal, Ninja-Loans, Portfolio-Versicherung, Rückschlag-Effekt, Subprime-Krise, Subprime-Wohnraumfinanzierung, Verbriefung, True-Sales-Initiative, Wohnungsbaukredite, verbriefte, Zinseinfrierung, Zitronenhandel, Zweckgesellschaft. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom März 2006, S. 40 (Übersicht). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Risikoabteilung (risk office): Eigene Abteilung einer Bank mit dem Zweck der Beschaffung aller für das Risikomanagement notwendigen Informationen. Der Risikoabteilung obliegt es auch, Pläne für Ereignisse durchzuspielen, die ausserhalb der statistischen Wahrscheinlichkeit liegen, das Überleben der Bank aber sicherstellen. Siehe Abschottung, Mindest-Überwachungsanforderungen, Passivmanagement, Rendite-Risiko-Grundsatz, Risiko, Risikomanagement, Risikopuffer, Risikotransparenz, Risikoübernahme-Grundre­gel, Szenarien, aussergewöhnliche, Unsicherheit, Value at Risk, Verlustereignis. Vgl. Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 88 ff (verschiedene Risikomodelle in der Praxis; Backtesting-Ergebnisse) und den jeweiligen Jahresbericht der BaFin. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Risikokapital auch Wagniskapital (risk capital; venture capital): Allgemein die Geldanlage in eine Transaktion mit vorhersehbarer beträchtlicher Verlustgefahr, gleichzeitig aber auch mit der Aussicht auf überdurchschnittlich hohe Gewinne. Im besonderen oft auch gesagt für Darlehn, die einem jungen Unternehmen (Start up) zur Verfügung gestellt wird. Siehe Anlagenotstand, Antiverwässerungsklausel, Bad Bank, Burn-Out Turnaround, Business Angel, Buy-out, Dingo-Werte, Equity-Banking, Explorer-Werte, Glamour Stocks, Glücksspieleffekt, Hedge-Fonds, Heuschrecken, Inkubator, Junk-Bonds, Katastrophen-Anleihen, Mikro-Finanzierung, Penny-Stocks, Private Equity, Private-Equity-Finanzierung, Rendite-Risiko-Grundsatz, Seed Capital, Single Hedge-Fonds, Sweet Equity, Terror-Papiere, Turnaround Financing, Übermut, Unternehmensbeteiligungsgesellschaft, Wagniskapitalbeteiligungsgesetz, Zitterprämie. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Oktober 2005, S. 23 ff. (Entwicklung des Risikokapitalmarktes in Europa seit 1995 mit Übersichten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Mai 2009, S. 56 f. (Allgemeinheit darf nicht zum Risikokapitalgeber werden). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Rollover-Kredit (roll over credit): Auf dem Euromarkt Darlehn in sehr hohen Beträgen (Mindestsumme in der Regel 0,5 Mio EUR), mit einer Laufzeit (Befristung) bis zu sieben Jahren und mit einer besonderen Zinsvereinbarung; bei dieser wird in der Regel der EURIBOR oder der LIBOR als Zinssatz zugrundegelegt, jedoch nicht für die Laufzeit gesamthaft fest vereinbart, sondern in vertraglich ausgemachten Abständen den jeweiligen Marktverhältnissen angepasst. Diese Regelung ist für den Schuldner bei sinkenden Zinsen günstig, jedoch bei steigenden Zinsen ungünstig. Das Risiko steigender Zinsen muss daher durch entsprechende Absicherung begrenzt werden. Siehe Absicherung, Cap, Hedge-Geschäft, Referenz-Zinssatz, Reverse Floater, Schuldtitel, variabel verzinslicher, Zinsoption, Zinsrisiko. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Rückbürgschaft (countersecurity, backbond, surety for a surety): Ein Bürge steht hier nicht (wie dies sogar in Lehrbüchern zu lesen ist) vertraglich gegenüber dem eigentlichen Gläubiger (etwa der ein Darlehn gewährenden Bank) ein. Vielmehr gewährleistet er die Leistung des Bürgen. Der Rückbürge ist dem Bürgen gegenüber zur Leistung verpflichtet, wenn dieser von dem Gläubiger aus der Bürgschaft in Anspruch genommen wird und von dem Hauptschuldner keinen Ersatz erlangen konnte. Der Rückbürge sichert also die Rückgriffsansprüche eines anderen Bürgen gegenüber dem Hauptschuldner. Bei Darlehn an Unternehmen ist in der Regel der Bund oder ein Bundesland Rückbürge. Siehe Exportkreditgarantie. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

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