Finanzlexikon N

Nachfinanzierung(supplementary financial assistance): An einen Privathaushalt, ein Unternehmen oder an eine öffentliche Stelle gewährtes neues, zusätzliches Darlehn, nachdem der ursprünglich gewährte Kredit für das ins Auge gefasste Vorhaben nicht ausreichte. In der Regel erhöhen die Banken bei der Nachfinanzierung ihre Anforderungen an die Besicherung des Anschlussdarlehns und handeln auch den Zinssatz neu aus. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Nachrangdarlehn (subordinated loan): Allgemein eine Kreditgewährung, bei welcher der Gläubiger von vornherein im Falle der Insolvenz des Schuldners hinter die Forderung anderer Kapitalgeber zurücktritt; im einzelnen sind vielgestaltige Vertragsbedingungen möglich und auch üblich. Aufgrund des Nachrangs wohnt dem Darlehn ein hohes Ausfallrisiko inne, was durch eine deutlich höhere Verzinsung ausgeglichen werden muss.

Der Vorteil eines Nachrangdarlehns seitens des Schuldners liegt vor allem darin, dass die Vertragslaufzeit in der Regel höher als bei einem normalen Bankkredit liegt. Zudem lassen sich bei endfälliger Tilgung verbunden mit endfälliger Verzinsung die Finanzierungskosten zur Gänze auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Für Unternehmensneugründungen (Start-ups) eröffnet sich damit ein oft entscheidender Zeitpuffer. Nachrangdarlehn werden in der Regel dem Mezzanin-Kapital zugeordnet. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Negativerklärung (negative pledge): Auf dem Finanzmarkt die Verpflichtung eines Gläubigers, zugunsten anderer Geldgeber seinerseits auf die Bestellung von Sicherheiten zu verzichten. Die (schriftliche) Bestätigung eines Schuldners gegenüber der Bank, während der Laufzeit des Darlehns Vermögenswerte (insbesondere Immobilien) nicht ohne Zustimmung der Bank zu veräussern, zu belasten oder Dritten zur Besicherung zu übergeben; in dieser Bedeutung auch negative Verpfändungsklausel (negative pledge clause) genannt. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Nettoverschuldung (net debt, net indebtedness): Bei einem Unternehmen in der Regel die kurz- und mittelfristigen Verbindlichkeiten abzüglich der liquiden Mittel. Gemäss IFRS liquide Mittel plus kurzfristige Wertpapiere abzüglich der Pensionsverpflichtungen (commitments concerning pensions, pension provisions) und Finanzverbindlichkeiten. Das Verhältnis von Cashflow zur Nettoverschuldung nennt man auch Verschuldungsfähigkeit (possibility of indebtedness). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Nichtmitgliedsbank (non-member bank): In den USA eine Bank, die nicht dem Zentralbanksystem angehört oder auch ein Institut, das die nicht einer Clearinghaus-Vereinigung (an der Börse) zugehört. Siehe Federal Reserve System, Office of Comptroller. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Nominalzins (nominal interest rate): Bei Darlehn der vertraglich vereinbarte Zinssatz abzüglich verschiedener Entgelte, so dass die wirkliche Belastung (real debiting) immer höher ist als vertragsgemäss (nominell) festgelegt. Siehe Effektivzins, Zins(satz), Zins, realer. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Notenbank (note issuing bank): Eine Bank, die Papiergeld (Banknoten) in Umlauf bringt. Heute manchmal noch gebrauchte Bezeichnung für die Zentralbank. Manche sprechen hier sogar von der Zentralnotenbank. Siehe Münzregal, Währungsbank, Zettelbank. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

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